Patanjali // Die acht Stufen des Yoga

Die acht Stufen des Yoga nach Patanjali - Hippie in the Heart

Die acht Stufen des Yoga nach Patanjali oder auch der achtgliedrige Pfad des Yoga

Denn Yoga ist soviel mehr als Asanas oder Handstände

Als Yoga in mein Leben trat, wusste ich nichts davon, Yoga war für mich Körperarbeit, anstrengende sowie entspannende Übungen, thats it!

Doch umso mehr ich mich auf der Matte aufhielt, Yogastudios testete und fleißig inspirierenden Yogi´s auf Instagram folgte, umso mehr wuchs mein Interesse für den Ursprung. Ich wollte endlich wissen was alle Guru´s denn mit diesem “Samadhi” hatten.

Ich musste feststellen dass ich zum damaligen Zeitpunkt null Ahnung hatte und Asanas nur ein winziger Part dieser unglaublichen Lehre ist und noch viel mehr dazugehört “ein Yogi zu sein”.

Was ist Yoga eigentlich? Wer ist dieser Patanjali? Was ist die Yoga Sutra? Und was hat es mit den acht Stufen des Yoga auf sich?

Patanjali ist einer der bedeutendsten Lehrmeister des Yoga und hat schon vor einer ganzen Weile gelebt, so ca. vor 2000 Jahren oder noch früher, so genau weiß man das nicht. Dieser Patanjali hat die Yoga Sutra geschrieben, die ebenfalls ziemlich alt ist und in diesen Yoga Sutren hat er die besagten acht Stufen des Yoga oder auch den achtgliedrigen Yoga Pfad niedergeschrieben.

Die acht Stufen des Yoga gelten seit Hunderten von Jahren, für Yogis auf der ganzen Welt als eine Art Leitfaden, nicht nur als Leitfaden für die Yoga Praxis sondern als Leitfaden für das eigene Leben. Der achtgliedrige Pfad dient als Hilfestellung alle Hindernisse zu überwinden und Geist und Köper zur Ruhe zubringen.

Auch wenn die acht Stufen des Yoga schon ziemlich alt sind und manche Teile ein wenig eingestaubt, für die heutige Zeit angesehen werden können, sind sie doch auch in unserer heutigen Zeit noch sehr zeitgemäß und passend. Es kommt schließlich immer darauf an wie man sie interpretiert und sie im eigenen Leben anwendet. Denn nein, ich bin jetzt nicht für sexuelle Enthaltsamkeit!

Die acht Stufen des Yoga
  1. Yama – Der Umgang mit der Umwelt
  2. Niyama – Der Umgang mit sich selbst
  3. Asana – Der Umgang mit dem Körper
  4. Pranayama – Der Umgang mit dem Atem
  5. Pratayahara – Der Umgang mit den Sinnen
  6. Dharana – Konzentration
  7. Dhyana – Meditation
  8. Samadhi – Das höchste Ziel: Die innere Freiheit

 

 

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Yama

Die erste Stufe Yama bedeutet, Umgang mit der Umwelt und ist unterteilt in fünf Unterpunkte. Ahimsa, der erste Unterpunkt von Yama steht für einen wohlüberlegten Umgang mit allen Lebewesen. Dies ist mitunter ein Grund warum so viele Yogis Vegetarier oder Veganer sind.

Der zweite Punkt ist Satya, es bedeutet “Wahrhaftig sein / Die Wahrheit sprechen”. Satya steht für Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Treue.

Asteya sagt aus, du sollst nichts nehmen was dir nicht gehört und du sollst nichts stehlen.

Brahmacharya, Char heißt bewegen und brahma heißt “die Wahrheit”, somit bedeutet Brahmacharya – die Bewegung auf das Wesentliche. Oft wird Brahmacharya auch als Enthaltsamkeit interpretiert z.b von Sex und auch Drogen.

Aparigraha bedeutet so viel wie “Ergreif die Gelegenheit nicht” oder “Hände weg”. Du sollst Menschen nicht ausnutzen oder selbst nur Dinge annehmen.

 

Niyama

Die zweite Stufe der acht Stufen des Yoga ist Niyama, der Umgang mit dir selbst ( Selbstreflexion). Sie besteht ebenfalls aus 5 Unterpunkten. Shauca, steht für Sauberkeit und Reinheit des Köpers und des Geistes.

Samtosha, bedeutet Zufriedenheit, Genügsamkeit und Bescheidenheit. Du sollst Ja zur Welt sagen und dich nicht auf das Konzentrieren was du nicht hast, sondern auf das was du hast.

Tapas bedeutet erhitzen. Du sollst deinen Köper und deinen Geist durch Asanas und Pranayama erhitzen, um ihn zu entschlacken und alles schlechte auszutreiben.

Svadhaya sagt aus, dass du ständig selbst Schüler und Lehrer bist, du sollst dich selbst erforschen und reflektieren. Du sollst an den Dingen arbeiten die dir noch nicht gut gelingen oder die du nicht gerne machst, z.b in der Asana Praxis.

Ishvara – Pranidhana, egal wie du deinen Gott oder das göttliche definierst, du sollst dich deinem Gott hingeben und das mit ganzem Herzen.

 

Asana

Asana ist der Umgang mit dem Köper und diese Stufe verfolgt als Ziel das richtige hinsetzen für die Meditationspraxis. Eine Asana ist sukha (leicht) und sthira (fest) zu gleich. Asanas sollen helfen deinen Köper stark, geschmeidig und gesund zu machen (halten), damit er optimal vorbereitet ist für das Meditationskissen. Bei einer Asana ist der Köper, Atem und der Geist im Einklang. Dein Köper darf nicht schmerzen und dein Atme darf bei einer Asana auch nicht aussetzen, denn dann ist es keine richtige Asana und die Wirkung bleibt aus. Das, leider vergessen viele Yogis und auch ich selbst, wie oft versuche ich meinen Köper in eine Asana  zubekommen obwohl er noch gar nicht bereit dafür ist. Deshalb ist es so wichtig sich selbst immer wieder daran zu erinnern dass dies nicht das Ziel ist.

Letting go is the hardest asana

 

Pranayama

Die vierte Stufe des achtgliedrigen Yoga Pfads ist Pranayama, der Umgang mit dem eigenem Atem. Ayama bedeutet strecken, ausdehnen. Pran heißt “was ununterbrochen überall ist” und Prana ist die absolute Energie, die Lebensenergie. Das Ziel von Pranayama ist die bewusste Verbindung zwischen Atem und Geist und möglichst viel Prana in den Köper zu leiten, damit der Geist vom irdischen gelöst wird. Es gibt bei den meisten Pranayama Atemübungen vier Teile: 1. Ausatmen ( Recaka ), 2. Luft anhalten mit leeren Lungen ( Sunyak ), 3. Einatmen ( Puraka ) und 4. Luft anhalten mit gefüllter Lunge ( Kumbhaka ).

 

Pratayahara

Der Umgang mit den eigenen Sinnen, Ahara bedeutet Nahrung und Pratayahara bedeutet, sich von dem zurückzuziehen was einen nährt. Sprich, die Verbindung zwischen Geist und Sinnen wird getrennt. Ziel ist es die Aufmerksamkeit nach innen zu richten, so dass die Sinne nicht von äußeren Reizen abgelenkt sind. Die Sinne sollen ruhen und sich auf das innere richten.

 

Dharana

Die sechste Stufe der insgesamt acht Stufen des Yoga ist Dharana, Konzentration. Sie ist die Vorstufe zur wahren gedankenfreien Meditation. Dharana steht für halten, wir richten unsere Konzentration auf nur einen Punkt, auf eine Sache oder einen Gegenstand.

 

Dhyana

Dhyana ist die Meditation bzw. die Disziplin der wahren Meditation. In Dhyana wird das Denken gänzlich zum erliegen gebracht, es lösen sich alle Formen auf damit es mit universellem Wissen gefüllt wird und in Klarheit erleuchtet.

 

Samadhi

Die höchste Stufe des Yoga und das Ziel eines jeden Yogi ist Samadhi, der Zustand absoluter Glückseligkeit oder auch innerer Freiheit. Es ist die Erkenntnis des Allwissens, ein Gefühl der Einheit mit allem entsteht und alle individuellen Punkte die eine Persönlichkeit ausmachen verschwinden. Samadhi ist quasi die Erleuchtung.

 

Die ersten fünf Stufen des Yoga Pfads nennt man Kriya Yoga ( praktischer Yoga ) und Stufe sechs bis acht nennt man Raja Yoga ( königlicher Yoga ).

Die acht Stufen des Yoga nach Patanjali sind ein ziemlich langer Weg den man nicht innerhalb von ein paar Monaten oder Jahren geht, er begleitet einen Yogi ein Leben lang. Wichtig ist dass du Geduld mit dir selber hast und nichts erzwingst, dass du dir keine strengen Dogmen auferlegst, sondern das Ganze mit deinem eigenen ganz persönlichem guten Gefühl für dich praktizierst.

Und das allerwichtigste ist sowieso der Weg und nicht das Ziel.

 

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Und eine Anleitung zum Sonnengruß und Mondgruß.

Namasté, Love, Peace & Rock´n´Roll

Josephine Hippie in the Heart hippieintheheart.com

 

5 Kommentare

  1. Danke für deinen Beitrag, sehr interessant mal mehr über die Hintergründe vom Yoga zu erfahren. Ich selbst liebe Yoga auch, aber habe mich bis jetzt nicht weiter damit beschäftigt.

    Liebe Grüße <3

    loewenherzvegan.wordpress.com

  2. Schön, daß Du über Patanjali geschrieben hast. Die Wurzeln des Yoga war mein erstes Yogabuch und hat mich nicht mehr losgelassen. 2 x durfte ich die achte Stufe recht intensiv erleben. Vielleicht wäre es einmal interessant über die Stufen der Erleuchtung selbst zu schreiben.

    • Hallo Kai, vielen Dank für deinen Kommentar und die Anregung. Ich werde mal schauen ob es für mich passt allerdings habe ich keinerlei Erfahrung mit einer “Erleuchtung” 😉
      Liebe Grüße
      Josephine

  3. Das ist ja nicht so tragisch. In der Erleuchtung schwindet das Getrenntsein. Es gibt Wege des Yogas und Wege der Gnosis sie zu erreichen. Mir sind beide Wege bekannt. Patanjali ist eine Form des Yoga um Erleuchtung zu erreichen. Letztendlich geht es darum nicht in hohen ´Formen´! der Erkenntnis verstrickt zu bleiben, erst dann ist Kaivalya erreicht. Die Gnosis geht trenn zu Anfang Körper, Geist und Seele. In Meditation und Betrachtung wird das Element eines jeden “Segmentes” betrachtet. Dann wird es wieder zusammengeführt. Hierbei geht der Adept den Weg der Schwärzung (schwarzer Rabe), der Weißwerdung (weiße Taube) – vergleichbar mit Bhaktiyoga und den Weg der Rötung (roter Phönix), der letzte alchemistische Prozess alle Unreinheiten (spirituelles Ego) zu verbrennen. Wie ein wahrer Guru handelt jener Mensch gwissermaßen für den göttlichen Plan. Daher wird sein tun nicht immer richtig erkannt und scheint verschleiert. Meiner Meinung ist Jesus ein treffendes Beispiel eines Meisters der Rubedo, da er sein persönliches Schicksal für einen höheren Zweck opferte.
    “Mann/Frau” kann übrigens sehr leicht in eine schon recht hohe Form der Erleuchtung und Glückseeligkeit kommen, Trennung aufheben usw. Es liegt in uns. Seltsamerweise in fast jeden Lebewesen und in vielen Nahrungsmitteln enthalten, aber doch unnatürlicherweise verboten! Nicht zu lachen, wirklich nicht, es ist sozusagen die ´rote Pille´! DMT – Dimethyltryptamin. In den Niederlanden und Südamerika ist die zusätzliche Einnahme von DMT erlaubt. DMT wird bei der Geburt und beim Tod oder Nahtod übermäßig produziert. Leichter in Träumen bzw. in den Außerkörperlichen Erfahrungen. Stärker wieder nach einiger Zeit in der Meditation, viel stärker in Dunkelretreats (nach einigen Tagen Aufenthalt in völliger Dunkelheit, gilt als Königsweg zur Erleuchtung) oder beim Rückzug in einer Höhle, wie es von einigen Yogis oder aus Geschichten der Vergangenheit überliefert ist.
    Habe beides schon mal gemacht, weiß also wovon ich hier schreibe. Mein Tipp für einen direkten Weg: Ruhe, gute Umgebung – DMT, es öffnet das Tor zum SEIN! Ah ja, das habe ich natürlich auch schon hinter mir 🙂 DMT macht NICHT Abhängig und geht direkt durch die Bluthirnschranke!
    Namaste Kai

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