In vier Wochen zum Yogalehrer, ernsthaft?!

In vier Wochen zum Yogalehrer, ernsthaft?! Hippie in the Heart - Yogalehrer Ausbildung

Yogalehrer werden innerhalb von vier Wochen, macht das Sinn?

Ist es nicht sogar gefährlich, Yogalehrer die sich innerhalb einer 4 Wöchigen Intensivausbildung den Titel erschwitzt haben, auf Schüler los zu lassen?

Die Fragen beschäftigen mich schon eine ganze Weile und ich bin zu dem Entschluss gekommen, ja es ist gefährlich, es kann gut gehen aber es kann auch unverantwortlich sein.

Also keine klare Antwort, Aber schauen wir es uns doch mal genauer an.

Yogalehrer ist der absolute Hipster Beruf, meine Meinung dazu habe ich hier schon mal niedergeschrieben „Wie viele Yogalehrer braucht das Land?“.

Ob Herzblut Yogi, Frauen auf dem Selbstfindungstripp oder die burnout geplagte Topmanagerin die jetzt Yogalehrerin werden will, es gibt sie überall und daran ist erst einmal nichts schlechtes, ganz im Gegenteil. Es ist wunderschön das immer mehr Menschen die Philosophie und die Liebe des Yogas in die Welt tragen möchten aber wie kann eine Bankkauffrau mit vielleicht drei Jahren Erfahrung in der eigenen Praxis, innerhalb von 4 Wochen zur Yogalehrerin werden und auf Menschen los gelassen werden?

Ernsthaft!? Auch wenn sie selbst die schwierigsten Asanas beherrscht, die Yogasutra von Pantanjali auswendig kann und wunderschön Mantras singen kann, heißt das auch dass sie unterrichten kann?

Ich bin der Meinung man kann nicht innerhalb von vier Wochen die Lehre des Yoga verstehen, das kann man oft nach vielen Jahren nicht aber sie dann selbst weiter zugeben, wie soll das funktionieren. Anatomie und Physiologie lernen auch ganz fleißige Schüler nicht innerhalb von vier Wochen. Zu verstehen wie der menschliche Körper funktioniert, die Sprache des Körpers zu verstehen und zu erkennen wann etwas dem Körper des Schülers nicht gut tut, dafür braucht es eine Menge Zeit und Erfahrung.

Wie sieht es mit der Didaktik und Methodik aus? Ob Yoga oder sonst eine Lehre, anderen Menschen etwas beizubringen benötigt nicht nur Einfühlungsvermögen, Willen & Wissen sondern auch die richtige Herangehensweise. Wie oft wirst du in deinen Yogastunden von deinem Yogalehrer korrigiert, erkennt dein Yogalehrer wenn du in einer Asana nicht zu Recht kommst oder dein Körper es noch nicht zu lässt und zeigt dir eine Alternative?

Ja, wunderbar aber wie oft ist dies nicht der Fall, ich selbst habe schon oft in Yogastunden erlebt dass sich Yogalehrer auf sich selbst konzentrieren und so gut wie gar nicht auf ihre Schüler eingehen. Auch die richtige Ausführung von Asanas wird vernachlässigt, vom herabschauenden Hund in die Kobra und HOP in den Krieger, überspitzt gesagt. Das kann bei der falschen Ausführung zu Verletzungen führen. Ganz besonders bei Menschen die gesundheitlich eingeschränkt sind, nehmen wir mal den Bandscheiben Patienten, er möchte etwas für sich und seinen Körper tun, seine Rückenschmerzen lindern und besucht eine Yogaklasse, wenn er allerdings nicht richtig angeleitet wird kommt er mit mehr schmerzen und schaden raus als er rein gekommen ist und das kann man nicht alles auf den übermäßigen Ehrgeiz schieben den viele Schüler an den Tag legen.

Wer mit dem Gedanken spielt sich zum Yogalehrer ausbilden zu lassen sollte ganz genau überlegen, mache ich die Ausbildung für mich selbst, für meine eigene Praxis oder möchte ich andere Menschen unterrichten und ihnen die Philosophie und Liebe des Yoga weitergeben.

Wenn das der Fall ist, wähle deine Yogalehrer Ausbildung mit bedacht, es gibt wunderbare sehr hochwertige und qualitativ gute Ausbildungen auch bei den Intensivausbildungen von 4 Wochen aber sei ehrlich zu dir selbst und vergesse nie das man als Yogalehrer selbst sein Leben lang Schüler bleiben sollte.

Such dir selbst einen Mentor, einen Yogalehrer mit viel Erfahrung, besuche Yogaklassen, hospitiere und absolviere „Lehrproben“ unter den Augen erfahrener Lehrer und vor allem sei ehrlich zu dir selbst.

Welche Erfahrung hast du in Yogaklassen gemacht oder bist du vielleicht selbst Yogalehrer? Lass es mich wissen.

Love, Peace & Harmony

Josephine Hippie in the Heart hippieintheheart.com

2 Kommentare

  1. Hallo 🙂
    ich habe mich vor 2 Jahre für die 4jährige BDY Ausbildung entschlossen und kann jetzt nach 2 Jahren sagen, dass man das nicht in 4 Wochen lernen kann … unmöglich … zwischen unseren Lehrwochenenden haben wir Zeit zum Reflektieren, Ausprobieren, Lernen und Vertiefen. Wie soll das gehen? Es ist erstens sehr viel Stoff und es benötigt zweitens viel Zeit zum „Setzen“. Ich würde bei keinem Yogalehrer in den Kurs gehen, der einen 4-Wochen-Schnellkurs gemacht hat.
    Danke für Deinen Beitrag, ich könnte noch endlos antworten, belasse es aber bei dieser Kurzantwort.
    LG Steffi

    • Hallo liebe Steffi,

      vielen Dank für deinen Kommentar, ich gebe dir zu hundert Prozent recht. Auch wenn man viel Wissen in kurzer Zeit lernen kann heißt es noch lange nicht das man es verinnerlicht hat und es umsetzen kann. Ich wünsche dir noch ganz viel Freude mit deiner Yogalehrer Ausbildung. Liebe Grüße Josephine

Kommentar verfassen